In unserem letzten Beitrag konntet ihr bereits lesen, was unsere Corona „Hauptbeschäftigung“ war. Nur kurz nach unserem ersten Livestream kam die CD Kaserne auf uns zu und brachte uns mit Domenik Pfalzgraf in Verbindung. Domenik wollte ein Autokino in Celle anbieten. Wir sollten die Leinwand dann mit Livecontent füllen. Zumindest an ausgewählten Terminen.

Und das taten wir auch. So übertrugen wir das erste Livekonzert in Celle seit Beginn des Lockdowns bereits im Mai .

Die Keltics. Live gespielt im Studio und übertragen auf die große Leinwand des Autokinos. Selbstverständlich gab es dennoch die Möglichkeit live vor den Autos zu stehen und seinen Fans „Hallo“ zu sagen. Wie wir dieses und die anderen Livekonzerte technisch ermöglich haben, erfahrt ihr wie gewohnt nach einigen Bildern im zweiten Abschnitt dieses Beitrages. Die Herausforderung hier: Lange Kabelstrecken und große Funkdistanzen.

Als zweites waren wir am „Herdensingen“ beteiligt. Das „hauseigene“ Veranstaltungsformat der CD Kaserne lud zum mitsingen ein. Eine schmale Bühne auf zwei landwirtschaftlichen Anhängern galt es mit unseren Kameras einzufangen. Gleichzeitig musste ein mobiles FOH erschaffen werden und eine Internetleitung zum parallelen streamen auf den CD Kasernen Parkplatz vor die Halle 19 gelegt werden. Die größte Herausforderung hier: Die sichere und fachgerechte Durchführung der Veranstaltung, mobile Livekameras zwischen den Autos, viele Medienquellen und Wiedergabegeräte, Regen.

Die dritte Veranstaltung war „etwas außerhalb“ der Autokino Veranstaltungen. Kultur Querbeet veranstaltete mit Werner Momsen und Matthias Bodowy eine gesonderte Veranstaltung und nutze dabei die Infrastruktur der CD Kaserne. Wir waren erneut für das Livebroadcasting im Autokino zuständig und zeichneten die Veranstaltung für eine kommerzielle Zweitverwertung im Liveschnitt auf.

Die beeindruckenste Veranstaltung stellte die CRI Openstage dar. Fünf Künstler und Bands galt es auf einer ausreichend dimensionierten und ausgeleuchteten Bühne bildtechnisch einzufangen. Neben dem Live Broadcasting für das Autokino streamten wir die Veranstaltung und sorgten für die gesamte Bühnen- , Licht- und Energieinfrastruktur. Die Herausforderungen bei dieser Veranstatung: Große Funkdistanzen, Zeitdruck (immerhin wurden hier innerhalb weniger Stunden 3,4 Tonnen Material verbaut), ein fahrender LKW mit Künstler auf der Ladefläche ohne Strom. Der Ton vom LKW soll nicht nur in die Autoradios, sondern auch in den Stream gehen.

Als kleines Schmankerl durften wir bei der letzen, ausverkauften, Autokino Veranstaltung unseren Freund und Kanal29 Unterstützer Karl „Kalli“ Struck bei der Live Verschrottung eines Autos begleiten. Die Herausforderung hier: Parallele Veranstaltung im Kanal29 Studio. Wenige personelle und materielle Ressourcen.

Generell haben wir für alle Veranstaltungen unsere Kabelbrücken und einen der beiden Projektoren gestellt.

Wenn ihr euch nun fragt, wie die Veranstaltungen im Detail umgesetzt wurden, könnt ihr gerne den zweiten Abschnitt nach den Bildern lesen.

Felix Lüke und „The Keltics“

Im Grundsetup wurde das Kanal 29 Studio benutzt. Dieses wurde ergänzt durch eine Kamera im Außenbereich (110m Kabellänge zurück in das Studio: SDI Trommel, Blackmagic HDMI Adapter und 10m HDMI Kabel) und einem Verfolgerscheinwerfer. Hierfür mussten 50m Schukokabel verlegt werden. Das live geschnittene Videosignal ging ebenfalls über eine 100m SDI Kabeltrommel zurück auf den Parkplatz zu unserem Projektor. Für die Kamera und den Verfolger war ein weiteres Podest notwendig, welches wir am Rand des Parkplatzes aus drei 2×1 Bühnenpodesten auf 100cm Höhe bauten. Inklusive Versteifung und Absturzsicherung. Tontechnisch wurde es notwendig eine Matrix zu bauen, damit die Stereosumme sowohl in den Stream eingebunden, als auch auf den FM Transmitter für das Autokino geschickt werden konnte. Als einzige weitere Ergänzung zu diesem Setup galt es das Funkmikrofon mitsamt eines Monitors auf den Parkplatz einzurichten. Der Parkplatz war ca. 100m von dem Studio entfernt. Das Handsendermikrofon sollte aber dennoch sowohl im Studio, als auch auf den ganzen Weg zum Parkplatz, sowie auf dem Parkplatz selbst tadellos funktionieren. Das Problem: Studio und Parkplatz wurde von einen abschirmenden Gebäude getrennt. Gelöst haben wir diese Situation, indem wir unser Empfängerrack in das Gebäude, welches Parkplatz und Studio voneinander trennt gestellt haben. Mit 10m Antennenkabeln waren wir dann in der Lage auf beide Seiten des Gebäudes eine passive Richtantenne zu installieren, sodass wir, sogar Latenzfrei, auf den gesamten Gelände den Handsender benutzen konnten. Für den Monitorsound wurde simpel eine 100m XLR-Leitung verwendet. Als Vorband spielte im Übrigen Felix Lüke. Auch dieses Konzert wurde bereits live auf die Leinwand in das Autokino und in die Autoradios übertragen.

Das volle Konzert könnt ihr auf YouTube einsehen (Achtung Weiterleitung auf eine andere Website): https://www.youtube.com/watch?v=5JbyT0u2fwY unser Highlight war der erste Außenauftritt bei 1h 15min.

Herdensingen

Im Gegensatz zu den Keltics haben wir hier nicht unser Studio verwendet, sondern haben den Zuschauern im Autokino die Möglichkeit gegeben ihr Akteure „von Auge zu Auge“ zu betrachten. Daher war ein etwas größerer Aufwand notwendig. Lichttechnisch hielten wir die Veranstaltung sehr einfach. Für die Frontbeleuchtung sorgten wir, indem wir unsere beiden C1 Stative VMB TE06 auf 5m Höhe mit einer Pipe und je zwei Briteq Theatre 150 EZ LED Stufenlinsen ausstatteten. Für die Atmosphärenbeleuchtung sorgte die CD Kaserne selbst mit kleinen LED Scheinwerfern. Lichttechnisch lief alles im Stand Alone Mode und machte somit während der Veranstaltung keine weitere Arbeit. Medientechnisch musste hingegen wieder alles erneut aufgebaut werden. Somit mussten unsere fünf Kameras, das Videopult und der Streamingrechner „umziehen“. Auch hier hatten wir dieses mal lange Kabelwege zu überwinden. Wir bauten dieses mal mittig des Parkplatzes unserer Kamera- und Verfolgerpodest auf, sodass es notwendig war, zusätzlich zu den langen Videoleitungen über 40m Defender/Kabelbrücken zu legen. Weitere Kabelbrücken waren notwendig um die Stromzufuhr und Internetleitung zu schützen, welche im Fahrweg von Einsatzfahrzeugen lagen, falls das benachbarte THW hätte ausrücken müssen. Unsere geführte Frontkamera sollte gleichzeitig als „Laufkamera“ dienen für einzelne Auftritte zwischen den Autos. Somit wurde auch diese mit 100m SDI Kabel ausgestattet. Zusätzlich nutzen wir das Richtmikrofon der Kamera um das Stimmungsbild der mobilen Kamera auch akustisch einzufangen. Da das SDI Kabel zwar auch die Tonspur übertragt, wir diese aber separat abgreifen mussten, damit sie auch in den Autoradios zu hören ist, mussten wir hierzu zusätzlich 100m XLR verlegen. Um die Kabelwege möglichst kurz zu halten bauten wir unsere Regie direkt hinter der Bühne auf. Zugegeben. Dadurch, dass wir in unseren Anhänger saßen (ziemlich cool im übrigen) stand dieser ziemlich werbewirksam ;-). Weitere 80m SDI Kabel wurden zwischen Videoregie- und Projektor verbaut. Für die drei verbleibenden statischen Kameras wurden jeweils nur 10m HDMI Kabel verwendet. Als Besonderheit bei dieser Veranstaltung war der Text zum mitsingen. Diesen legten wir mit Live Chroma Keying über den Liveschnitt. Parallel dazu musste der Text auf drei Bildschirmen für die Künstler zu sehen sein. Hierzu verwendeten wir wieder die Blackmagic SDI Adapter, welche zu dem SDI out auch einen SDI loop haben, sodass wir hier keine Probleme hatten. Auf eine kurze Nervenprobe stellte uns die Internetleitung. Freundlicherweise bekamen wir vom Schlosstheater Celle eine Lan Buchse zugewiesen. Gewissenhaft testen wir diese einige Stunden vor Beginn der Veranstaltung. Dass eine Firewall allerdings unseren Stream blockiert, stellten wir erst beim Live gehen fest. Der engagierte Netzwerkadministrator des Schlosstheaters half uns allerdings auch um 21:30 noch mit diesem Problem aus, sodass alles problemlos von statten gehen konnte. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Tontechnisch versorgte sich die CD Kaserne autark, daher reißen wir dieses Kapitelchen hier nur kurz an. Für den Hauptsound wurde ein X32 verwendet, welches sich ebenfalls im Anhänger befand. Hier musste erneut eine Matrix verwendet werden. Für den Monitorsound (komplett In-Ear Monitoring, wegen der Anwohner) wurde ein weiteres X32 verwendet.

Hier könnt ihr euch das ganze Konzert nochmal anschauen (Achtung Weiterleitung auf eine andere Website): https://www.youtube.com/watch?v=Xx93mYdErc4

Momsen und Bodowy

Als eindeutig entspannteste Nummer der Livekonzerte in den Autokinos ist diese Kooperation mit Kultur Querbeet. Die Fronbeleuchtung war identisch mit der des Herdensingens. Somit blieb für uns dieses mal lediglich der Medientechnische Aufwand. Weiterhin wurde das Konzert nicht parallel gestreamt, sondern lediglich live auf die Leinwand gebroadcastet und aufgezeichnet. Auch dies verkürzte den Aufwand. Es wurde auch hier eine Kamera verwendet, die weiter entfernt verbaut wurde, sowie ein Verfolger (jeweils für das Intro/Beginn des Konzertes)Somit blieb uns an dieser Stelle ein entspanntes und schönes Konzert mit tollen Künstlern.

CRI Open Stage

Nach der entspannten Nummer kommt direkt die mit Abstand Aufwendigste. Die Cri Open Stage. Als Grundsetup bauten wir ein Ground Support mit den Truss-Zwischenmaßen von 9 auf 7m. Angehoben wurde das System mit vier Chainmaster D8+ 500kg Motoren, welche über unseren Controller gesteuert wurden. Als Towersystem wurden hier vier Tower der Marke Hof verwendet. Als Traversensystem einheitlich die von uns verwendete Sweettruss. Als Podesterie wurden 8 auf 6 Meter Bühnenpodeste mit einer Höhe von 80cm verbaut. Weitere vier Bühnenpodeste wurden für unsere beiden Verfolger, die Lichtregie und als geführte Frontkamera für ein totales Bild inmitten des Parkplatzes aufgebaut. Hier waren somit wieder die Kabelbrücken notwendig. Lichttechnisch wurden in der Backtruss sechs Z19 Mk2 Moving Lights als Washer und sechs Hybride 280 (Robe Pointe Ersatz) verbaut. Für die Bühnenausleuchtung sorgten an der Fronttruss sechs Briteq 150 Ez Theatre LED Stufenlinsenschweinwerfer und als Audience Lights vier 4-Lites. Im Groundstack auf der Bühne befanden sich vier Martin Mac 250, sowie zwölf Cameo Flat 7. Die Lichtsteuerung erfolgte über unseren MA Command Wing im Tourpack. Die große Distanz zwischen unseren Artnet Umsetzter und dem Lichtpult wurde über eine 80m CAT Strecke gelöst. Medientechnisch gab es eine weit entfernte und eine nahgelegene Frontkamera. Beide Kameras waren geführt. In der Backtruss befestigten wir noch eine Weitwinkel Kamera. Auf der Bühne befanden sich zwei statische Kameras. Als Herzstück wurde erneut das Videopult Roland V60 verwendet. Für den richtigen Sound sorgte Ralf Giese, welcher den Streamingdienst „Music@home“ angeboten hat. Verwendet wurde hierfür unser X32. Um die Anwohner nicht durch unsere späte Veranstaltung zu belästigen wurden E Drums und ein komplettes In Ear Monitoring für jede Band verwendet. Als Herausforderung galt es den fahrenden LKW mit der Singer-/Songwriterin Hanna Mehl technisch zu versorgen. Hierfür verwendeten wir unser 5,5kW Stromaggregat, welches wir außerhalb des Frachtraumes an den LKW anbrachten. Über die Ladeluke konnten wir somit den Frachtraum mit Strom versorgen. Als Beleuchtung dienten hier Cameo Flat 7. Für den Überraschungseffekt wurde unsere 1,5kW Nebelmaschine verwendet. Den Sound (Keyboard und Gesang) mischten wir auf dem LKW direkt über unser kleines Analogpult ab. Hiermit machten wir auch gleich den Monitorsound des aktiven Monitors. Um den Sound von dem LKW in den Stream einzubinden und in die Autoradios zu bekommen musste dieser über unser Mischpult laufen. Hierfür sendeten wir die Monosumme über unseren Sennheiser EW500 Taschensender zu der Tonregie. Um einen Empfang über den gesamten Parkplatz zu gewährleisten verwendeten wir erneut unsere Passivrichtantennen A2003 von Sennheiser, welche wir auf 3m Höhe anbrachten, um eine mögliche Abschirmung durch Autos zu verhindern. Unsere Internet- und Energieversorgung wurde erneut durch das Schlosstheater gewährleistet. Nochmals vielen Dank! Als Stromverteiler wurde unser Briteq PD63A Stromverteiler verwendet. VISO Production stellte die Zuleitung, sowie die Konfetti Shooter, welche ihr auch in einem der Bilder oder in den Video sehen könnt. Den beeindruckenden Auftritt von Hanna Mehl könnt ihr, genauso wie das gesamte, über fünf stündige, Konzert hier nachverfolgen (Achtung Weiterleitung an externe Website): Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLjgr9Si16Z2oJRz7RaJ3VfyV7PhvhraY3 Im zweiten Video ab Minute 09:30 seht ihr den LKW Auftritt :-).

Kalli Struck und Schrotten

Hier hatten wir eigentlich nur wenige Aktie drin. Wir stellten für den Gesangsauftritt von Kalli, sowie der Verlosung einer Silbermünze und der Vorstellung der Prominenten Gäste, vertreten durch Regie und Schauspieler des Celler Kinofilms „Schrotten“ die Frontbeleuchtung, welche wie gehabt mit unseren Stativen durchgeführt wurde, und eine geführte Kamera für das Live Broadcasting auf der Kinoleinwand.

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